Monday, January 16, 2006

2. Essay

Melanie Rückert

(Essay zum Tutorium der Vorlesung Einführung in die Geschichte der Kultur- und Sozialanthropologie)


Boas und Nachfolger
Charakterisiere den Ansatz der durch Boas inspirierten, nordamerikanischen Anthropologie der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Wodurch zeichnet sich eine relativistische Haltung in der anthropologischen Forschung aus und wie versuchten die NachfolgerInnen dieser Richtung diesen Ansatz weiterzuentwickeln?


Obwohl deutscher Nationalität und ursprünglich Geograph, hat Franz Boas einen wesentlichen Einfluss auf verschiedene Bereiche in der Entwicklung der nordamerikanischen Anthropologie der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts genommen.

Im Gegensatz zur ”social anthropology“ im britischen Raum ist die ”cultural anthropology“ von Boas erstmals eine Anthropologie im Sinne einer interdisziplinären Wissenschaft. Er führt die sogenannte ”four field approach" ein, die einen interdisziplinären Verbund von kulturellen, linguistischen, archäologischen und physikalischen/biologischen Zugängen innerhalb der Anthropologie darstellt. Der Nachteil dieser festgesetzten Interdisziplinarität besteht allerdings darin, dass andere Wissenschaften, abgesehen von denen der ”four field approach“, vollkommen außer Acht gelassen werden. Boas fördert außerdem die Verbreitung und Etablierung der Kulturanthropologie als Wissenschaft, indem er bei der Gründung kulturwissenschaftlicher Institutionen beteiligt ist. [1]

Ein zentraler Punkt seiner Auseinandersetzung mit der Anthropologie ist die Sprache. Sie wird mit Kultur gleichgesetzt. Wenn man als Außenstehender die Sprache nicht versteht, nicht an dem jeweiligen Ort aufgewachsen ist und dazugehört, ist einem auch die Kultur kaum zugänglich. Demnach hält er die Feldforschung für sehr wichtig, doch immer in Verbindung mit dem Erlernen der spezifischen Sprache. Dennoch ist die Diskrepanz zwischen der erst erlernten Sprache und dem Lernen der Sprache von Geburt an sehr groß, da die Sprache selbst das Ausdrucksmittel der Kultur ist und man sie kaum gleichwertig erlernen kann. Die Funktion der Sprache als Ausdrucksmittel ist für Boas vorrangig, dass man durch sie auch kommuniziert, ist nachrangig. Kritisiert wird an dieser Theorie das Außerachtlassen der Mehrsprachigkeit vieler Menschen. Dieses Phänomen widerspricht dem Boas’schen Konzept. Auch wird ihm eine Überbetonung der Sprache in seinen Theorien nachgesagt. [2]


Der Kulturrelativismus
Boas entwickelt den Kulturrelativismus als Gegenströmung zum Evolutionismus. Die Idee besagt, die Kultur nicht als Synonym für Zivilisation zu verstehen, sondern als Kontext von erlerntem menschlichem Verhalten, das in jeder Gesellschaft anders ist. It is necessary to understand cultures in their own terms and their own historical contexts before attempting generalizations. [3]
Im Gegensatz zum Evolutionismus, in dem kulturelle Prozesse aus verschiedenen Entwicklungsstufen bestehen und jede Gesellschaft dieselben Voraussetzungen hat, diese Stufen kontinuierlich durchmacht und dem Diffusionismus, der Ähnlichkeiten zwischen Gesellschaften auf Kontakte miteinander und die darauf folgende Nachahmung zurückführt, liefert der Kulturrelativismus eine Möglichkeit zu verstehen, wie Kulturen in sich organisiert sind, welche Muster sie haben und welche Beziehung zwischen der Kultur und dem Individuum selbst bestehen. [4]
Boas betont die Vielfalt und Unterschiedlichkeit von Kulturen. Jede Kultur ist einzigartig, und die Besonderheiten sind so groß, dass die Unterschiede kaum überbrückbar sind. Aus diesem Grund ist der Vergleich zweier Gesellschaften kaum möglich.
Es gibt eine starke und eine schwache Ausprägung des Kulturrelativismus. Die starke Form ist die oben beschriebene. Das Extrem der starken Ausprägung wäre Nationalismus. Die schwache Form hingegen erkennt zwar die Besonderheiten jeder Kultur als solche an, sieht aber auch die Gemeinsamkeiten, die Kulturen mit dem Rest der Menschheit und/oder mit bestimmten Teilen der Menschheit haben. Das Extrem dieser Form wäre der Universalismus. [5]
Boas selbst war Vertreter beider Formen zu unterschiedlichen Zeiten, denn er kritisierte, widerrief und änderte immer wieder Teile seiner Theorien im Nachhinein, wenn er zu anderen Erkenntnissen gelangt war. Seine Schüler hingegen gingen unterschiedlich jeweils der einen oder anderen Form nach. [6]

Boas Schüler
In Bezug auf Interessensschwerpunkte und Überzeugungen, die Boas seinen Schülern mitgegeben hat, gibt es sehr starke Unterschiede. Das ist zum Teil darauf zurückzuführen, dass er mehrere Generationen von Schülern hatte und da er selbst manche seiner Überzeugungen im Nachhinein widerrufen hat, ist der Eindruck und der Einfluss, den er auf seine Schüler gemacht hat, von Generation zu Generation unterschiedlich. Auch die Themen, mit denen er sich ausführlich befasst, variieren je nach Zeit und auch danach, was in der Weltgeschichte gerade passiert.

Es gibt zwei Hauptstränge in Boas Theorien, nach denen sich auch die weiteren Forschungen seiner Schüler grob einteilen lassen. In dem einen Strang spielt die historische Komponente in der Analyse von Kulturen eine große Rolle. Der historische Hintergrund ist Ausgangspunkt für das Verstehen der Entwicklung einzelner Kulturen. Im zweiten Strang verlagert sich die Wichtigkeit auf die psychologische Komponente. Es stellt sich die Frage, was das Individuum in unterschiedlichen Kulturen unterscheidbar macht. Die erste Generation der Schüler Boas beschäftigt sich eher mit dem historischen Hintergrund der Kulturen wie zum Beispiel Kroeber und Sapir. Letzterer setzte sich auch stärker mit der Linguistik auseinander. Die zweite Generation stellt psychologische Aspekte in den Mittelpunkt ihrer Forschungen, wie zum Beispiel die kulturelle Einbindung des Individuums in die Gesellschaft. Dazu gehören unter anderen Ruth Benedict und Margaret Mead. [7]

Ruth Benedict und ihre Arbeit möchte ich hier ausführlicher behandeln.
Benedict war amerikanische Dichterin und Ethnologin. Sie war der Meinung, dass die Kultur nicht nur durch die Sprache ausgedrückt wird, sondern jeder Einzelne auch durch die jeweilige Kultur geprägt ist. Einige ihrer Ansichten teilte sie mit Margaret Mead, und zusammen entwickelten sie die Kultur- und Persönlichkeitsstruktur, eine Schule, die die Anthropologie und die Psychologie miteinander verbindet. Der Interessensschwerpunkt liegt auf der Persönlichkeitsstruktur der Mitglieder einer Gesellschaft. [8]
Benedict vertrat den Kulturrelativismus in seiner starken Ausprägung. Sie war gegen den Vergleich unterschiedlicher Kulturen und trat für die Sicht auf die Kultur durch das Verständnis seiner spezifischen Besonderheiten ein. Benedict selbst verglich drei verschiedene Kulturen. Sie kommt dabei zu der Schlussfolgerung, dass normales Verhalten in der einen Kultur in einer anderen Kultur wiederum nicht als normal gilt und dass sogar psychologische Aspekte kulturell bedingt sind.
Benedict teilt Gesellschaften in apollonische und dionysische Typen ein. Nach ihrem Verständnis beschreiben die ersteren Gesellschaften, die harmonisch, ausgeglichen und gemäßigt sind, während mit den nachfolgenden diejenigen gemeint sind, die depressiv, emotional und expressiv sind. [9]
Sie ist auch an der Entwicklung des Begriffs “pattern” beteiligt, welcher den eigenständigen und einheitlichen Lebensstil jeder einzelnen Kultur meint. Er bildet einen Oberbegriff zu den Begriffen der Gewohnheit, des Brauches und der Sitten einer Gesellschaft.

Benedict arbeitete auch mit japanischen Immigranten in den USA während des zweiten Weltkriegs. Sie arbeitete die psychologischen Aspekte der japanischen Kultur heraus, traf aber zu starke Stereotypisierungen. Aufgrund der Kriegssituation fällt sie in eine nationalistische Haltung. Sie und Mead erarbeiten eine Serie von Studien über den „nationalen Charakter“ amerikanischer Feindnationen. Sie entwickeln Analysemethoden, um Kulturen aus der Distanz zu erforschen. Die Kriegsführung verwendete vor allem die Arbeit The Chrysantemum and the Sword“ über Japaner von Benedict. [10]

Sie wendet sich ausführlich, so wie Boas auch, der „Rassenforschung“ zu. Boas kämpft Zeit seines Lebens gegen den rassischen Determinismus und den Glauben, dass unterschiedliche Rassen über verschiedene mentale Kapazitäten verfügen.
Behavior and mentality were products of learning within specific cultural settings. [11]
Im Zuge der Ausweitung des deutschen Reiches unter den Nationalsozialisten verfasst auch Benedict ein Werk, das sich mit Rassismus beschäftigt. Hier gelangt sie zu folgendem Schluss: Im Zuge des wissenschaftlichen Rassenstudiums haben die Anthropologen in überwältigender Mehrzahl gefunden, dass Rasse mit Überlegenheit oder Minderwertigkeit in keinem Zusammenhang steht. [12]

Abschließend kann man zu Boas sagen, dass er zwar keine eigene große Theorie entwickelte, dass er aber dennoch seine gesamte Epoche beeinflusste, indem er sich gegen die bis dahin geltenden Theorien wie den Evolutionismus aussprach. Außerdem beinhaltet der von ihm begründete Kulturrelativismus und seine anderen Theorien Aspekte, die heute noch wichtig und zu berücksichtigen sind. Zwischen den Extremen ist die Variante des schwachen Kulturrelativismus meiner Meinung nach der beste Weg. Ich finde die Auseinandersetzung Boas mit der Rassefrage und seine vehemente Art gegen Vorurteile, begründet auf Rassenunterschiede, vorzugehen, bewundernswert und beispielhaft.


Verwendete Literatur

- Barth, Frederik: One Discipline, Four Ways. British, German, French and American Anthropology; University of Chicago Press, 2005

- Barnard, Alan: History and theory in anthropology, Cambridge: Cambridge University Press, 2000

- Michel Panoff, Michel Perrin: Taschenwörterbuch der Ethnologie. Begriffe und Definitionen zur Einführung; 3.Auflage, 2000, Dietrich Reimer Verlag, Berlin

- Ruth Benedict: Die Rassenfrage in Wissenschaft und Politik; Müller und Kiepenheuer Verlag, 1947, Oberbayern (Originalausgabe: „Race: Science and Politics“; 1940, The Viking Press, New York)

- eigene Vorlesungsmitschrift: „Einführung in die Geschichte der Kultur- und Sozialanthropologie“, Dr. Andre Gingrich, Universität Wien, WS 05/06

Endnoten:

[1] Vgl. Vorlesungsmitschrift

[2] Vgl. Vorlesungsmitschrift

[3] Vgl. Barth S. 262

[4] Vgl. Barth S. 262f.

[5] Vgl. Vorlesungsmitschrift

[6] Vgl. Barth S. 263

[7] Vgl. Barth S. 262f.

[8] Vgl. Panoff, Perrin S. 41, 166, 147

[9] Vgl. Barnard S. 102f.

[10] Vgl. Barnard S. 104f.

[11] Vgl. Barth S. 269

[12] Vgl. Benedict S. 90

Sunday, November 20, 2005

Émile Durkheim 1858 – 1917

Durkheim ist einer der wichtigsten Soziologen des 20. Jahrhunderts und war
einer der wesentlichen Mitbegründer der französischen Soziologie.

Leben und Werk

geb. am 15. April 1858 in Épinal (Frankreich) kam aus einer teils jüdischen, teils auch katholischen Familie

Gymnasialausbildung im Heimatland, sehr guter Schüler

1879: L’École Normale Superiéure in Paris, studierte Philosophie und Geschichte;
Er brach mit der religiösen Vergangenheit, sie hat ihn jedoch stark beeinflusst (setzt
sich oft mit dem Thema Religion auseinander)

1882: Lehrerberechtigung, Philosophieunterricht an staatlichen Schulen

Studienaufenthalt in Deutschland

1887: Universität Bordeaux – Professor für Soziologie und Pädagogik, gleichzeitig Eintritt der Soziologie in das französische Universitätssystem,
während seiner Zeit in Bordeaux hielt Durkheim jeden Sonntag einen öffentlichen
Diskurs in dem er Themen wie Solidarität, Familie, Totemismus, Selbstmord,
Verbrechen, Religion, Sozialismus und Recht behandelte. Er engagierte sich auch in
der Politik bei der sozialdemokratischen Partei.

1893: Dissertation – „De la division du travail social“, „Über die Teilung der sozialen Arbeit“
Durkheim lehnt den Gesellschaftsvertrag und die autoritäre Herrschaft ab;
Was prägt die moderne Industriegesellschaft?
Die Industriegesellschaft unterscheidet sich von anderen Gesellschaften
durch die Arbeitsteilung, also eine Spezialisierung der Fähigkeiten des
Einzelnen. Diese Arbeitsteilung ist sehr komplex, sodass sie der Einzelne
nicht überblicken kann. Der Einzelne ist allerdings abhängig von dieser
Gesellschaft. Auch wenn paradoxerweise gerade zu dieser Zeit die Ideologie
des Individuaismus aufkam.
Das Ziel seines Werkes ist es den Widerspruch zwischen zunehmender
Individualisierung und kollektivem Zusammenhalt der Gesellschaft aufzulösen.
Durkheim verwendet für den Begriff "organische Solidarität" für den
Zusammenhalt der Gesellschaft.

1897: „Le suicide“, „Der Selbstmord“, „Die Selbsttötung“
In diesem Werk stellt er aufgrund von Archivdaten fest, dass die
Selbstmordraten von Katholiken, Protestanten, Menschen aus ländlichem Gebiet
und aus Städten jung oder alt... variieren. Daraus ergibt sich das ein
augenscheinlich, so individueller Akt, in seiner Basis fremdbestimmt ist,
also sozusagen zum Beispiel vom Faktor, Religion oder Gesellschaft abhängt.

In diesem Werk entwickelt er auch den Begriff der Anomie (griech.: a-= "un",
nómos= Ordnung), allgemeine Bedeutung= Gesetzeslosigkeit. Durkheim der
diesen Begriff in die Soziologie einführt, versteht darunter den Rückgang
von religiösen Werten und Normen, die laut Durkheim unweigerlich zu
Störungen und zu der Verringerung der sozialen Ordnung führen müssen, ja
sogar zur Selbtötung (anomischer Suizid) führen können.

1898: „Année sociologique“
Mit der Idee im Hintergrund, dass in modernen Gesellschaften Arbeit (auch
intelektuelle) spezialisiert wird, aber doch Teil des organischen Ganzen
bleiben soll, gründete er mit dem Année soziologique das erste
sozialwissenschaftliche Journal Frankreichs, dass auch zur Grundlage der
Durkheim-Schule wurde. Er versammelte eine Gruppe von
Geschichtswissenschaftler, Juristen Philosophen und Ökonomen um sich die,
die Vision einer intergrierten Sozialwissenschaft teilten. Das
interdisziplinäre Journal erlangte großen Einfluß. Einige der Beiträge
hatten auch anthropologische Inhalte (v.a. Religionsanthroologie)
Das Année soziologique half mit die Legitimität der Ethnologie zu begründen.
Unter den Schreibern: sein Neffe Mauss, Lévy Bruhl, Robert Hertz Marcel
Granet, Henri Hubert.


1906: Universität Sorbonne – erhielt er einen Lehrstuhl für Erziehungswissenschaft, der 1913 in Lehrstuhl für Erziehungswissenschaft und Soziologie umbenannt wurde.
Seine Stelle war mit großem Einfluss verbunden, denn er unterrichtete Pflichtkurse, die für einen Abschluss in Philosophie, Geschichte, Literatur und Sprachen notwendig waren. Außerdem war er für die pädagogische Ausbildung vieler Lehrer verantwortlich. Er war in vielen Komitees und hatte unter seinen Freunden einflussreiche Politiker.

1912 : « Les formes élémentaires de la vie religieuse », « Die elementaren Formen des religiösen Lebens »
Dieses Werk beschäftigt sich mit der Religion der "frühen" Gesellschaften
und mit der Rolle der Religion im sozialen Leben. Um auf den gemeinsamen
Kern aller Religionen zu kommen beschäftigt er sich mit den "primitiven
Religionen" und lehnt sich an die früheren Theorien der Wurzeln der Religion
(Animismus, Naturalismus, Totemismus)an, wobei Durkheim den Totemismus
bevorzugt.
Er zieht für seine Arbeiten Ethnographien über die australischen Aborigines
und die Native North Americans heran. Er begreift den australischen
Totemismus als die ursprünglichste Form von Religiosität.

Durkheims Definition von "Religion":
1. die Erkenntnis des Übernatürlichen, der Existenz Gottes
2. das Heilige wird vom Profanem getrennt- Religion klassiefiziert
3. basiert auf einer Versammlung von Menschen, die als moralische Gemeinschaft
das Heilige representatiert

Ein weitere wichtiger Bergriff in diesem Werk Durkheims wäre der Begriff
"Ritual". Er meint das die Menschen im Ritual die Gesellschaft selbst
verehren. - "Die Idee der Gesellschaft ist die Seele de Religion"


Während des ersten Weltkriegs engagierte sich Durkheim für die Landesverteidigung. Er gründete ein Komitee, das Studien und Dokumente über den Krieg sammelte und an neutrale Staaten schickte, um die Deutsche Propaganda zu unterbinden.
Nach dem Tod seines Sohnes im Krieg verfiel er in Trauer

Während eines Meetings erlitt er einen Schlaganfall, von dem er sich teilweise wieder erholte, starb aber am 15. November 1917

Weitere Werke

Er schrieb mehrere Artikel unter anderen „Represéntation individuelles et represéntations collectives“
Das Werk „Primitive classification“ zusammen mit seinem Neffen Marcel Mauss
„The rules of Socioloogical Method“

Durkheim gilt als der Begründer der französischen Soziologie, aufgrund seines interdisziplinären Zugangs wird ihm aber oft eine anthropologische Ambition zugeschrieben. Er hatte außerdem auch Einfluss auf andere Wissenschaften wie Politik, Geschichte, Religion und Recht.

Einfluss auf andere Theorien und Wissenschaftler

Er prägte insbesondere 2 große Theorien der Soziologie, also auch
Anthropologie: Den britischen Funktionalismus (Malinowski, Radcliffe-Brown)
und den französischen Strukuralismus (Lévi-Strauss)

Kritik
Durkheim galt als „armchair-anthropologist“: Er hat also nie selbst Feldforschungen gemacht, sondern hat die Dinge zusammengefasst, die andere vor Ort beobachtet haben.

Er saß eben in vielen Ausschüssen und Komitees, seine Stelle an der
Sorbonne war auch mit enormen Einfluss verbunden, denn seine Kurse waren die
einzigen Pflichtkurse. Weshalb ihm seine Gegner vorwarfen durch das
Einrichten von möglichst vielen Lehrstühlen für Soziologie auch gleichzeitig
seinen Einfluss auszudehnen zu versuchen.